ETF oder Einzelaktien – was ist 2026 besser?
Die Frage ETF oder Einzelaktien – was ist besser bekomme ich ständig gestellt, und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an, wie viel Zeit, Nerven und Wissen du wirklich investieren willst.
Ich baue auf cash-flows.de öffentlich mein passives Einkommen auf und zeige dir hier ungeschönt, was für die meisten Menschen funktioniert – und wo Einzelaktien trotzdem ihren Platz haben.
Der ehrliche Kern: Was beide wirklich unterscheidet
Ein ETF ist ein Korb aus vielen Aktien. Kaufst du einen weltweiten ETF wie auf den MSCI World oder FTSE All-World, besitzt du anteilig 1.500 bis über 3.500 Unternehmen aus aller Welt – mit einem einzigen Kauf. Eine Einzelaktie ist genau ein Unternehmen. Steigt es, gewinnst du stark. Geht es pleite, ist dein Geld in dieser Position weg.
Der entscheidende Unterschied heißt Risikostreuung. Beim ETF verteilt sich dein Risiko automatisch auf hunderte Firmen, Branchen und Länder. Bei Einzelaktien trägst du das volle Einzelrisiko – dafür hast du die Chance, den Markt zu schlagen. Genau dieser Tausch (mehr Chance gegen mehr Risiko) ist der Kern der ganzen Debatte.
Warum ich ETFs als Fundament nutze
Für den Großteil meines langfristigen Vermögens setze ich auf einen breiten Welt-ETF. Die Gründe sind nüchtern, nicht romantisch:
- Günstig: Gute Welt-ETFs kosten heute oft nur 0,12 bis 0,22 Prozent pro Jahr (TER). Bei 20.000 Euro sind das rund 24 bis 44 Euro jährlich.
- Automatisch: Per Sparplan ab 25 Euro im Monat läuft alles ohne Aufwand – Buy and Hold, ohne ständig Kurse zu checken.
- Selbstreinigend: Schwache Firmen fallen aus dem Index, starke wachsen nach. Du musst nichts verkaufen.
- Nervenschonend: Du musst keine Bilanzen lesen und keine einzelne Pleite fürchten.
Studien zeigen seit Jahren dasselbe Bild: Die große Mehrheit aktiver Fondsmanager schlägt den Index über 10 bis 15 Jahre nicht. Wenn schon Profis das selten schaffen, ist das für mich die ehrlichste Standardlösung. Meinen kompletten Aufbau kannst du in meinem Einkommens-Tracker auf cash-flows.de mitverfolgen.
Wann Einzelaktien wirklich Sinn machen
Einzelaktien verteufle ich nicht – ich halte selbst welche. Aber sie sind kein Muss, sondern eine bewusste Entscheidung. Sinnvoll werden sie, wenn du:
- Spaß daran hast, Unternehmen wirklich zu verstehen und Geschäftsberichte zu lesen,
- bereit bist, einzelne Kursstürze von 30, 50 oder mehr Prozent auszuhalten, ohne panisch zu verkaufen,
- genug Zeit für laufende Beobachtung mitbringst,
- und – ganz wichtig – ein solides ETF-Fundament bereits steht.
Mein ehrlicher Rat: Stecke nicht dein ganzes Geld in drei Lieblingsaktien, weil sie gerade in den Schlagzeilen sind. Wer 2021 nur auf einzelne Tech-Stars gesetzt hat, hat 2022 teils 60 bis 80 Prozent verloren. Einzelaktien sind das Gewürz, nicht die Hauptmahlzeit.
Mein Mischmodell: Core-Satellite in der Praxis
Statt entweder oder nutze ich beides – das nennt sich Core-Satellite. So sieht mein Verhältnis aus, an dem du dich orientieren kannst:
- Core (etwa 80 bis 90 Prozent): Ein breiter Welt-ETF per monatlichem Sparplan. Das ist das stabile Fundament, das langfristig wachsen soll.
- Satellite (etwa 10 bis 20 Prozent): Einzelaktien von Firmen, die ich verstehe und langfristig gut finde. Hier darf ich auch mal danebenliegen, ohne dass mein Vermögen kippt.
Der Vorteil: Du bekommst die Ruhe und Streuung des ETFs und die Möglichkeit, mit einem kleinen Teil eigene Überzeugungen zu spielen. Wichtig ist die Reihenfolge – erst der Core, dann die Satelliten. Nicht umgekehrt.
Steuern, Kosten und die häufigsten Fehler
Egal ob ETF oder Einzelaktie – in Deutschland fallen auf Gewinne und Dividenden rund 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli und ggf. Kirchensteuer an. Pro Jahr sind aktuell 1.000 Euro Kapitalerträge über den Sparerpauschbetrag steuerfrei (2.000 Euro bei gemeinsamer Veranlagung). Richte unbedingt einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker ein, sonst verschenkst du diesen Freibetrag.
Die teuersten Fehler sind selten die Produktwahl, sondern das Verhalten:
- Bei fallenden Kursen panisch verkaufen statt stur weiterzusparen.
- Ständig umschichten und so Steuern und Gebühren auslösen.
- Sich von Hype-Aktien oder Crypto-Versprechen zu Klumpenrisiken verleiten lassen.
- Ohne Notgroschen investieren und dann in der Krise zum schlechtesten Zeitpunkt verkaufen müssen.
Mein Fazit ganz ehrlich: Für die meisten ist ein breiter ETF die bessere, ruhigere Wahl. Einzelaktien sind eine bewusste Zusatzentscheidung – kein Pflichtprogramm und ganz sicher kein schnelles Reichwerden.
Häufige Fragen
ETF oder Einzelaktien – was ist für Anfänger besser?
Für Einsteiger ist ein breiter Welt-ETF fast immer die bessere Wahl: günstig, automatisch gestreut und nervenschonend. Einzelaktien kannst du später mit einem kleinen Anteil ergänzen, wenn du Wissen und Zeit hast.
Kann ich mit Einzelaktien mehr verdienen als mit ETFs?
Ja, theoretisch – mit einzelnen Treffern schlägst du den Markt. In der Praxis schaffen das aber selbst die meisten Profis langfristig nicht, und das Risiko deutlicher Verluste ist deutlich höher.
Wie viel Geld brauche ich zum Start?
Ein ETF-Sparplan ist bei vielen Brokern schon ab 1 bis 25 Euro im Monat möglich. Wichtiger als der Startbetrag ist, dass du regelmäßig und über viele Jahre dabei bleibst.
Sollte ich beides kombinieren?
Das mache ich selbst: rund 80 bis 90 Prozent in einen Welt-ETF als Fundament und nur einen kleinen Rest in Einzelaktien. So kombinierst du Stabilität mit etwas Spielraum für eigene Überzeugungen.
Schau mir beim Aufbau zu
Auf cash-flows.de zeige ich jeden Einkommensstrom öffentlich – was läuft, was im Aufbau ist und was als Nächstes kommt.