Rendite richtig berechnen 2026 – der ehrliche Guide
Fast jeder redet über Rendite, aber kaum jemand rechnet sie sauber aus. Genau das kostet dich beim Vermögensaufbau bares Geld, weil du Anlagen vergleichst, die gar nicht vergleichbar sind.
Ich zeige dir auf cash-flows.de, wie du deine Rendite wirklich richtig berechnest – mit den Formeln, die zählen, echten Zahlen und den typischen Fehlern, die dich Jahr für Jahr Prozentpunkte kosten.
Was Rendite überhaupt ist – und was nicht
Rendite ist dein Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, ausgedrückt in Prozent. Sie ist nicht dasselbe wie dein absoluter Gewinn in Euro. 500 Euro Gewinn klingen gut – aber ob das eine starke Rendite ist, hängt davon ab, wie viel du investiert und wie lange du das Geld gebunden hast.
Die einfachste Form ist die Gesamtrendite über die komplette Haltedauer:
- Gesamtrendite = (Endwert − Anfangswert + Ausschüttungen) ÷ Anfangswert × 100
Beispiel: Du investierst 10.000 €, nach drei Jahren sind es 11.800 € plus 200 € Dividende. Das ergibt (11.800 − 10.000 + 200) ÷ 10.000 × 100 = 20 % Gesamtrendite. Klingt viel – aber über drei Jahre ist das gar nicht mehr so beeindruckend. Genau hier trennt sich Bauchgefühl von echter Zahl.
Der wichtigste Schritt: die jährliche Rendite (p.a.)
Verschiedene Anlagen laufen unterschiedlich lange. Um sie fair zu vergleichen, rechnest du alles auf die jährliche Rendite um – die sogenannte annualisierte Rendite oder CAGR (Compound Annual Growth Rate).
Die Formel:
- Jährliche Rendite = (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ Jahre) − 1
Aus dem Beispiel oben: (11.800 ÷ 10.000)^(1/3) − 1 = rund 5,7 % pro Jahr. Die Dividende lasse ich hier der Einfachheit weg, in der Praxis rechnest du sie mit ein. Aus stolzen "20 %" werden also 5,7 % im Jahr. Ehrlich gerechnet ist das solide, aber eben kein Wunder – und nur mit dieser Zahl kannst du zwei Investments überhaupt sinnvoll nebeneinanderlegen.
Zinseszins verstehen: warum die Reihenfolge zählt
Renditen addieren sich nicht einfach. Wenn dein Depot in einem Jahr +50 % macht und im nächsten −50 %, stehst du nicht bei null, sondern im Minus: 100 € werden zu 150 €, dann zu 75 €. Das sind 25 % Verlust, obwohl der Durchschnitt "0" ergibt.
Deshalb ist bei mehreren Jahren die geometrische Durchschnittsrendite ehrlich, nicht die einfache (arithmetische). Merke dir:
- Große Schwankungen fressen Rendite – zwei gleich hohe Auf- und Abbewegungen enden immer im Minus.
- Der arithmetische Durchschnitt schönt deine Zahlen fast immer.
- Bei Sparplänen mit laufenden Einzahlungen brauchst du die interne Zinsfußmethode (IRR) – ein guter Depot-Broker oder eine Tabellenkalkulation liefert sie dir automatisch.
Wer seine Ein- und Auszahlungen laufend festhält, tut sich hier leichter. Ich nutze dafür einen einfachen Einkommens-Tracker, damit am Jahresende jede Zahl schon da ist.
Die Renditekiller: Kosten, Steuern, Inflation
Deine Bruttorendite ist nie das, was bei dir ankommt. Drei Dinge ziehen ab – und wer sie ignoriert, betrügt sich selbst:
- Kosten: Ausgabeaufschläge, Depotgebühren und laufende Fondskosten (TER). Schon 1,5 % Kosten pro Jahr können über 20 Jahre ein Drittel deines Endvermögens kosten.
- Steuern: In Deutschland fallen auf Kapitalerträge rund 26,375 % Abgeltungssteuer plus ggf. Kirchensteuer an. Den Sparerpauschbetrag (aktuell 1.000 € pro Person) solltest du immer ausschöpfen.
- Inflation: Bei 3 % Inflation und 5 % Rendite bleibt real nur etwa 2 % Kaufkraftgewinn. Die reale Rendite ist die einzige, die zählt.
Faustformel für die reale Rendite: Nettorendite − Inflationsrate. Rechne immer netto und real – alles andere ist Marketing.
Rendite bei Immobilien, Aktien und Cashflow-Assets
Je nach Anlageklasse rechnest du anders. Ein Überblick, damit du nichts verwechselst:
- Aktien/ETF: Kursgewinn plus Dividenden, annualisiert. Für die Gesamtperformance immer die Ausschüttungen mitrechnen (Total Return).
- Immobilien: Die Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100. Ehrlicher ist die Nettomietrendite, die Kaufnebenkosten (rund 10–12 %), Verwaltung, Instandhaltung und Leerstand abzieht. Aus 5 % brutto werden schnell 3 % netto.
- Cashflow-Assets: Bei passivem Einkommen zählt für mich vor allem die laufende Cashflow-Rendite = jährlicher Nettozufluss ÷ eingesetztes Kapital. Sie sagt dir, wie hart dein Geld heute für dich arbeitet.
Wichtig: Vergleiche nie Bruttomietrendite mit ETF-Nettorendite. Das ist der häufigste Denkfehler – und er führt zu teuren Fehlentscheidungen.
Häufige Fragen
Was ist eine gute Rendite pro Jahr?
Als grobe Orientierung gilt der breite Aktienmarkt mit real (nach Inflation) etwa 5–7 % pro Jahr über lange Zeiträume. Alles, was dir zweistellige Renditen ohne Risiko verspricht, solltest du kritisch hinterfragen.
Warum ist mein Durchschnitt anders als die tatsächliche Rendite?
Weil sich Renditen nicht einfach addieren, sondern multiplizieren (Zinseszins). Der ehrliche Wert ist die geometrische Durchschnittsrendite, nicht der einfache Mittelwert – gerade bei starken Schwankungen liegt dieser oft deutlich zu hoch.
Muss ich Steuern und Inflation wirklich einrechnen?
Ja, sonst rechnest du dich reich. Erst die Nettorendite nach Steuern und Kosten, minus Inflation, zeigt dir, wie viel Kaufkraft du tatsächlich dazugewinnst.
Wie berechne ich die Rendite bei einem Sparplan?
Da du laufend zu unterschiedlichen Kursen einzahlst, brauchst du die interne Zinsfußmethode (IRR). Die meisten Broker und eine simple Tabellenkalkulation berechnen sie automatisch aus deinen Ein- und Auszahlungen.
Schau mir beim Aufbau zu
Auf cash-flows.de zeige ich jeden Einkommensstrom öffentlich – was läuft, was im Aufbau ist und was als Nächstes kommt.