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Thesaurierend oder ausschüttend 2026: Was passt zu dir?

Aktualisiert: 2026-07-03

Thesaurierend oder ausschüttend – an dieser Frage hängen sich viele auf, bevor sie überhaupt den ersten Sparplan starten. Ich habe beide Varianten selbst im Depot und zeige dir hier ehrlich, worin der Unterschied wirklich liegt.

Die kurze Wahrheit vorweg: Steuerlich nehmen sich beide 2026 fast nichts. Die eigentliche Entscheidung ist eine über deine Disziplin und dein Ziel – nicht über die Rendite.

Der Unterschied in einem Satz

Beide ETFs kaufen die gleichen Aktien und kassieren die gleichen Dividenden. Der einzige Unterschied ist, was mit diesen Dividenden passiert:

Es ist also kein besserer oder schlechterer ETF – es ist derselbe Motor, nur mit anderem Auspuff.

Der Zinseszins-Mythos: kleiner Vorsprung, kein Wunder

Man liest oft, thesaurierend sei wegen des Zinseszinses klar überlegen. Ehrlich betrachtet stimmt das nur ein bisschen. Der Zinseszins wirkt bei beiden – nur musst du beim ausschüttenden ETF selbst auf "Wiederanlegen" klicken.

Der reale Vorteil von thesaurierend ist nicht der Zinseszins an sich, sondern dass er automatisch und ohne Ordergebühren passiert. Bei kleinen Ausschüttungen von 20 oder 30 Euro würdest du sonst entweder Gebühren zahlen oder das Geld liegen lassen. Genau da entsteht der stille Renditeverlust – nicht in der Steuertabelle.

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Steuer 2026: warum der alte Trick weg ist

Früher hatten Thesaurierer einen echten Steuerstundungs-Vorteil. Seit der Investmentsteuerreform 2018 gibt es die Vorabpauschale – und die macht den Unterschied fast null.

Vereinfacht: Auch bei einem thesaurierenden ETF berechnet das Finanzamt jährlich einen fiktiven Mindestertrag auf Basis des Basiszinses und versteuert ihn vorab. Steigt der Markt, zahlst du also auch beim Thesaurierer laufend etwas Steuer. Zwei Dinge musst du 2026 wissen:

Für den typischen Sparer heißt das: Der Steuerunterschied ist praktisch vernachlässigbar geworden.

Wann ich zu ausschüttend rate – und wann zu thesaurierend

Ich mache die Entscheidung nicht an der Steuer fest, sondern an deiner Situation:

Für mich persönlich ist ausschüttend psychologisch stark: Jede Ausschüttung, die aufs Konto tröpfelt, macht den Vermögensaufbau greifbar. Genau diese realen Ströme dokumentiere ich in meinem Einkommens-Tracker auf cash-flows.de – das hält bei Laune, wenn die Kurse mal seitwärts laufen.

Konkret loslegen: 4 Schritte statt Grübeln

Verliere keine Wochen mit dieser Frage. So gehe ich vor:

  1. Ziel klären: Aufbau (thesaurierend) oder späterer Cashflow (ausschüttend)?
  2. Einen breiten, günstigen Aktien-ETF wählen (TER unter 0,25 Prozent, breit gestreut).
  3. Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichten, damit die 1.000 Euro Pauschbetrag automatisch genutzt werden.
  4. Sparplan aufsetzen und laufen lassen – die Variante ist zweitrangig gegenüber der Tatsache, dass du überhaupt startest.

Ehrlich: Der größte Fehler ist nicht die falsche Variante. Es ist, wegen dieser Detailfrage gar nicht anzufangen.

Häufige Fragen

Ist thesaurierend wirklich renditestärker?

Nur minimal, und nur weil die Wiederanlage automatisch und gebührenfrei läuft. Legst du die Ausschüttungen konsequent selbst wieder an, ist der Unterschied kaum messbar.

Muss ich beim Thesaurierer trotzdem Steuern zahlen?

Ja, über die jährliche Vorabpauschale, sofern dein Sparerpauschbetrag ausgeschöpft ist. Der frühere Steuerstundungs-Vorteil existiert seit 2018 praktisch nicht mehr.

Kann ich später von thesaurierend auf ausschüttend wechseln?

Ein Verkauf löst Steuern auf die Gewinne aus. Sinnvoller ist es, neues Geld einfach in die andere Variante zu sparen und beide parallel laufen zu lassen.

Was ist besser, wenn ich vom Depot leben will?

Dann ist ausschüttend meist angenehmer, weil regelmäßig echtes Geld kommt, ohne dass du aktiv Anteile verkaufen musst. Für die reine Ansparphase ist thesaurierend bequemer.

Schau mir beim Aufbau zu

Auf cash-flows.de zeige ich jeden Einkommensstrom öffentlich – was läuft, was im Aufbau ist und was als Nächstes kommt.